Bio-Treppe: Wer auf Gas setzt, zahlt drauf

Heizungsdrehknauf von nahem

Die Energieagentur Kreis Ludwigsburg (LEA) erklärt, weshalb erneuerbare Energien langfristig vor steigenden Heizkosten schützen.

Die „Bio-Treppe“ ist eine aktuelle gesetzliche Vorgabe aus dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Sie verpflichtet Hausbesitzende, die eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen, stufenweise einen immer höheren Anteil an klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan, Bio-Öl oder grünem Wasserstoff zu nutzen. Ab 2029 muss mit einem Bioanteil von 10 Prozent geheizt werden, 2040 sind es bereits 60 Prozent.

Damit ist der Einbau neuer Gas- oder Ölheizungen zwar erlaubt, bleibt aber unwirtschaftlich. Bio-Brennstoffe wie Biomethan oder grüner Wasserstoff sind extrem knapp und wertvoll. Industrie, Flug- und Schwerlastverkehr benötigen sie dringend und sind bereit, hohe Preise dafür zu bezahlen. Landwirtschaftliche Flächen und andere Erzeugungsmöglichkeiten sind begrenzt und das Angebot kann kaum ausgeweitet werden. Daher wird prognostiziert, dass die Preise für die Pflicht-Beimischungen in den kommenden Jahren drastisch in die Höhe schießen werden. Schon heute sind Tarife mit 10 Prozent Biogas rund 25 Prozent teurer als reines Erdgas. Auch der fossile Gaspreis schießt diesen Winter durch das Weltgeschehen wieder in die Höhe.

Zu diesen ohnehin unvorhersehbaren Kosten gesellen sich steigende Gasnetzentgelte. Viele Hausbesitzende setzen schon jetzt auf Wärmepumpen und erzeugen einen Teil des benötigten Stroms direkt mithilfe einer PV-Anlage. Durch ihre selbstbestimmte Wärmeversorgung verlassen sie als Kundinnen und Kunden das Gasnetz, wodurch sich die Instandhaltungskosten auf immer weniger Schultern verteilen. Zusätzlich ist bei fossilen Brennstoffen die jährlich steigende CO2-Bepreisung einzuplanen.

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